Institut für Empirische Kulturwissenschaften und Europäische Ethnologie
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Münchner Ethnographische Schriften Band 28

thal partnerschaft und transformation

Leonie Thal (2019): Transformationen & Partnerschaft? - Strukturen, Logiken und Effekte auswärtiger Kulturförderung in Ägypten (= Münchner Ethnografische Schriften Bd. 28), München, 112 S., ISBN 978-3-8316-4754-5, 29,99 Euro.

Seit Beginn der Nullerjahre erstarkt in Ägypten eine vielfältige freie Kunst- und Kulturszene, die mit neuen Stilrichtungen experimentiert und ein stetig wachsendes Publikum für sich gewinnen kann. Diese Künstler:innen werden häufig als treibende Kraft hinter den politischen Umbrüchen des »Arabischen Frühlings« gewertet. Die deutsche Bundesregierung ist daran interessiert, Ägypten bei diesen »demokratischen Transformationen« zu unterstützen. Da den Kulturakteur:innen eine Schlüsselposition für die politischen Entwicklungen zugesprochen wird, befinden sich auch diese im Fokus der Förderung durch auswärtige Kultur- und Bildungspolitik. Institutionen wie das Goethe-Institut setzen diese Förderung vor Ort um und engagieren sich aktiv in der lokalen Kulturszene.
In ihrer qualitativen Studie untersucht Leonie Thal diese transnationale Beziehung und stellt im Sinne einer »Anthropology of Policy« heraus, wie das Abkommen der deutsch-ägyptischen »Transformationspartnerschaft« diskursiv verhandelt wird. Indem sie drei Schlüsselbegriffen durch den Diskurs folgt, werden verdeckte politische Logiken und Argumentationen sichtbar gemacht. Ergänzend zur Policy-Analyse erkundet sie in ihrer Feldforschung die Auswirkungen der Kulturförderung auf die Musikszene Kairos und Alexandrias. Ihre Analyse zeigt, dass durch die »Transformationsförderung« in Ägypten globale Abhängigkeiten und Nord-Süd-Machtgefälle reproduziert und gefestigt werden – kaschiert durch die subtile Sprache im politischen Diskurs.

Weitere Informationen unter: Utz Verlag