Institut für Empirische Kulturwissenschaften und Europäische Ethnologie
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Alltagskultur im Wandel: Ethnografische Perspektiven auf Transformationsprozesse in ländlichen Räumen in Bayern

Ankündigung des Lernforschungsprojekts des Masterstudiengangs im SoSe 22 und WiSe 22/23

15.06.2021

Leitung: PD Dr. Marketa Spiritova, Prof. Dr. Irene Götz

Wirtschaftliche, politische und demografische Transformationsprozesse des ländlichen Raums in Bayern, etwa entlang der Grenze zu Tschechien, in Niederbayern oder in Oberfranken, stellen große Herausforderungen nicht nur für Wirtschaft und Politik, sondern auch und vor allem für die dort lebenden Menschen dar. Fehlende Infrastruktur und der Abbau von Arbeitsplätzen, Abwanderung vor allem gut ausgebildeter Menschen in die Großstädte, fehlende Räume für Jugend- und Subkulturen, demografischer Wandel, eine zunehmend offene Fremdenfeindlichkeit und das Erstarken rechtspopulistischer Parteien und Bewegungen sind zunächst die sichtbarsten Folgen. Doch kommt es vielerorts zunehmend zur Schaffung zivilgesellschaftlicher Strukturen und neuer Räume der Vergemeinschaftung, die zur Revitalisierung der ländlichen Räume beitragen.
Im Lernforschungsprojekt wollen wir mittels eines multiperspektivischen Methodenrepertoires an ausgewählten Orten eine „Ethnografie der vielen Orte und Stimmen“ (C. Geertz) des ländlichen Raums entwerfen. Konkret wollen wir nach dem Einfluss des Strukturwandels auf die Lebenswelten der dort lebenden Menschen, ihren Alltagspraktiken und (neuen) Beheimatungs- und Empowermentstrategien fragen. Mögliche Forschungskontexte könnten sein: Arbeitsleben; Mobilität; Vereinswesen; Brauchkulturen; öffentliche Begegnungsorte wie Gaststätten, Museen, kirchliche Gemeinden und Jugendzentren; subkulturelle Räume wie Musikszenen, Queere Communities, diverse Jugendszenen u.a.
Die Ergebnisse unserer Forschung werden wir in einem für die breite Öffentlichkeit anschlussfähigen Format aufbereiten.