Institut für Empirische Kulturwissenschaften und Europäische Ethnologie
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Tips zum kreativen Schreiben

Die folgenden Tipps beziehen sich auf kreatives Schreiben im Allgemeinen und sind für die Masterarbeit entsprechend zu modifizieren.

Prinzipien der Kreativität

1. Überschreitung: Vorgegebene Wege verlassen! Sich die
Denkmodelle bewusst machen, mit denen man jeweils arbeitet!

2. Ordnungssysteme konfrontieren: Die Überschreitung
ausgetretener Pfade kann durch die bewusste Kombination oder
auch Konfrontation verschiedener Ordnungssysteme provoziert
werden. -Beispiele:der ‚Reimzwang‘ -Diskursives und
narratives Schema.

3. Perspektivenwechsel: In ein anderes Ordnungssystem gelangt man automatisch, wenn man die Perspektive wechselt, vom Sprecher zum Zuhörer, vom Mann zum Kind, vom Menschen zum Tier, vom Leser zum Hörer, vom Mann zur Frau...

4. Re-Framing: Neue Rahmen für die Situation suchen! Ein Thema, ein Problem: Das sieht plötzlich ganz neu aus, wenn man die Einrahmung ändert. -Etwa: man kann auf die scheinbar peripheren Elemente achten, man kann in die Szene 'hineinzoomen' und Kleinigkeiten besonders fokussieren.

5. Sinnesqualitäten: Beim 'Rahmenwechsel' kann man auch die Sinnesqualitäten wechseln, also beispielsweise bei einer visuellen Beschreibung der 'kreativen Szene' in die akustische Dimension wechseln und sich der Logik dieses neuen Sinnessystems überlassen.

6. Metaphernlogik: Auf die Metaphern achten, die Bilder und Vergleiche, die man - vielleicht völlig unbewusst - benutzt! Die Logik dieser Bilder führt oft zu neuen Ideen. (Wege verlassen - in den Sumpf geraten?)


Kreativitätstechniken

  • Brainstorming
  • Mind-Mapping

Umgang mit Schreibblockaden

Wenn Sie eine Schreibblockade haben, empfehlen sich folgende Möglichkeiten, um diese aufzulösen:

  • Ortswechsel zu einem neuen, nicht mit negativen Schreiberfahrungen belasteten Ort
  • „gnadenlose Rohfassung“: Einfach schreiben, schreiben, schreiben – ohne nachzudenken.
  • Schreiben Sie einen Brief oder eine E-Mail an einen guten Freund/Freundin, in dem Sie ihm/ihr erzählen, worum es in Ihrer Masterarbeit geht
  • Treffen Sie sich mit anderen MasterkandidatInnen oder FreundInnen und erzählen Sie Ihnen über Ihre Masterarbeit. Wesentlich für die letzten beiden Tips ist: versuchen Sie Ihrem Zuhörer/Leser die storyline Ihrer Masterarbeit zu vermitteln. Fassen Sie Ihre Arbeit als Story/als Geschichte auf: was ist der rote Faden oder was ist die Geschichte, die Sie erzählen wollen?
  • Wechsel der Stilebene (wissenschaftliche Arbeit als Märchen) oder des Mediums (Papier und Bleistift statt Computer)

Techniken des Einstiegs/der Einleitung

Die Sinne bedienen - Starke Bilder:

  • „Der Januarsturm fegte von Westen her durch den Kanal, er orgelte in die Takelage und jagte immer wieder schwarze Regenböen vor sich her.“

= „fegte“ / „orgelte“: akustisches Signal
= „schwarze“: optisches Signal
= „Regenböen“: haptisches Signal


Der szenische Einstieg

  • Mensch in einer konkreten, interessanten Situation
  • Häufige Fehler: zu exotische Namen; Fußnote, dass es sich um einen erfundene Namen handelt; Mensch / Situation zu weit weg von der Handlung; Szene erkennbar konstruiert oder an den Haaren herbeigezogen

Staunen machen / Schmunzeln machen

  • Staunen machen: Rätsel, verblüffende Feststellung
  • Schmunzeln machen: Witz, Anekdote, ironische Unter-/ Übertreibung

Provokation

  • Erzeugung von Lachen / Verblüffung / Protest beim Leser durch Unverhüllte Bosheit –Zynismus –Ungeheuerliche These/ Gegen Menschen oder gegen eingerastete Vorstellung gerichtet

Literaturtipps:

Otto Kruse (2007): Keine Angst vor dem leeren Blatt. Frankfurt a.M.: Campus Verlag.

Andrea Franke, Stefanie Haacke, Antje Lahm (2007): Schlüsselkompetenzen – Schreiben im Studium. Berlin: Metzler.