Institut für Volkskunde/ Europäische Ethnologie
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Leitfaden für das Präsentieren und Schreiben von Masterarbeiten


1. Skizzieren Sie in kurzer Form das Thema und wie Sie darauf gekommen sind. Grenzen
Sie das zu untersuchende Phänomen ein (sozial, geografisch, historisch etc.)

2. Formulieren Sie Ihre Fragestellung(en): Welche Ziele wollen Sie mit Ihrer Forschung
erreichen? Welche Fragen haben Sie an Ihren Untersuchungsgegenstand? Fassen Sie Ihr
Erkenntnisinteresse knapp zusammen.

3. Wie wollen Sie ihre Fragestellungen umsetzen (operationalisieren) und wie gestaltet sich der Zugang zu Ihrem Forschungsfeld?
Skizzieren Sie die wichtigsten Aspekte des Forschungsgegenstandes, die Sie interessieren. Z.B.:

  • Wer ist ander von mir untersuchten Gruppe beteiligt (soziale Herkunft, Alter, Geschlecht, kulturelle Identitäten und Milieus)? Welche Aktivitäten üben sie aus (soziale und kulturelle Praxen)?
  • Was erzählen sie darüber und wie stellen sie sich dar (Repräsentationen, Diskurse)?
  • Sind Unterschiede zu beobachten – innerhalb der Gruppe, zwischen der untersuchten und anderen Gruppen (kulturelle und soziale Differenzen, Distinktionsmechanismen)?

4. Forschungsstand: Geben Sie einen knappen Überblick über die Literatur zu Ihrem
konkreten Untersuchungsgegenstand.

5. Theoretische Zugänge/Perspektiven: Geben Sie einen knappen Überblick über diejenigen Forschungsgebiete der Europäischen Ethnologie oder von Nachbardisziplinen, die für Ihre Fragestellung(en) wichtig sind.
Mit welcher Fragestellung, die nicht vom Forschungsgegenstand selbst formuliert wird, sondern eine volkskundlich-kulturwissenschaftliche Perspektive an den Gegenstand heranträgt, soll gearbeitet werden? Nennen Sie mindestens zwei Theoriekontexte oder Forschungsfelder, in deren Zusammenhang das Thema gehört (z.B.: Ritual- und Brauchforschung; Transformationsforschung; Tourismusforschung; Identitätstheorien; Geschlechterforschung; Migrationsforschung; Ethnizität; Transnationalismusforschung; Konsumkultur; Stadtanthropologie etc.).

6. Skizzieren Sie Ihr methodisches Vorgehen: Mit welchen Methoden wird gearbeitet?
Welchen Umfang soll die empirische Basis Ihres Vorhabens haben? Wo tauchen Probleme auf?

7. Stellen Sie den Stand Ihrer Arbeit vor und präsentieren Sie einen Zeitplan für das weitere Vorgehen.

Dauer der Präsentation: maximal 20 Minuten!

Diese Inhalte werden entsprechend auch in Ihrer ausformulierten Masterarbeit erwartet.
Ziel einer Masterarbeit ist es, dass Sie das im Studium erworbene Wissen in unserem Fach in einem eigenen Forschungsprojekt umsetzen und dessen Ergebnisse ansprechend schriftlich darstellen können.
Sie sollen zeigen, dass Sie sich mit dem methodischen und theoretischen Instrumentarium, das Ihnen unser Fach bietet, ein kulturwissenschaftlich relevantes Phänomen erschließen reflektiert in einer Ethnografie darstellen können.

Dabei ist insbesondere Folgendes zu beachten:

  • Nicht jedes Thema und Feld eignet sich dazu, aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive erforscht zu werden -> hinterfragen Sie kritisch, ob Sie Ihr Feld nicht künstlich „konstruieren“.
  • Damit steht und fällt das Formulieren Ihrer Fragestellung und Ihres Erkenntnisinteresses -> diese sollten auch vor dem Hintergrund eines gesellschaftskritischen Blickes auf das zu untersuchende Phänomen gerichtet sein
  • Theoretische Konzepte bzw. Perspektiven, die sich dazu eignen, Ihre Empirie zu erhellen und Ihre Analyse zu stützen, ergeben sich meist erst aus der Forschung heraus -> versuchen Sie nicht, Ihrer Arbeit bzw. ihrem (unerforschten) Thema vorab vermeintlich geeignete Theorien „überzustülpen“, das schränkt die Offenheit ein und führt oft in eine falsche bzw. zu komplexe Richtung.
  • Beginnen Sie rechtzeitig mit der Vorbereitung Ihrer Masterarbeit, der Suche nach einem geeigneten Thema, dem Zugang zu Ihrem Feld, der Suche nach eine/r BetreuerIn. Rechtzeitig heisst: während dem letzten Semester, beovr Sie die Arbeit anmelden.
  • Nutzen Sie regelmäßig die Sprechstunde Ihres/r BetreuerIn, besprechen Sie den Stand Ihrer Arbeit und alle Unsicherheiten, die im Forschungs- und Schreibprozess auftauchen.
  • Machen Sie sich einen Zeitplan und organisieren Sie sowohl die Zeiten realistisch, in den Sie die Arbeit schreiben, als auch die Korrekturphasen. Organisieren Sie sich rechtzeitig jemanden, der/die Ihre Arbeit Korrektur liest und sorgen Sie vor, um diese Korrekturen noch einbauen zu können.
  • Beachten Sie auch die Tips zum „kreativen Schreiben